Trampolinakademie überzeugt in Berlin

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Trampolinakademie überzeugt in Berlin

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Trampolin DM Berlin Turnfest IDTF 2017

Trampolin DM 2017 beim IDTF Berlin

5 Podestplätze für den TV Blecher

Bei den Deutschen Meisterschaften im Rahmen des IDTF 2017 in Berlin sind die jungen Trampoliner des TV Blecher punktgenau in Topform. Luis Hagen und Paul Meinert sichern sich den Titel im Synchronturnen, im Einzel der Jugend C wird Luis Hagen neuer Deutscher Meister, Paul Meinert holt hier Bronze.

Insgesamt nehmen die Athleten der Trampolinakademie 5 Medaillen mit zurück ins Rheinland. Im Synchron bei den Mädchen springt auch Luisa Braaf mit ihrer Partnerin Marie Rosewich vom TV Ichenheim auf den dritten Podestplatz, und untermauert ihren sehr guten Auftritt noch mit der Bronzemedaille im Einzelkampf. Eine erstaunliche Leistung der 13-jährigen Luisa, denn sie betreibt den Trampolinsport erst seit 2 Jahren. Wir sprachen auf dem Internationalen Deutschen Turnfest in Berlin mit den Aktiven und Trainern. 

WK: Herzliches Willkommen an die Athleten und den Trainer des TV Blecher. Alexej, erste Frage: Wie ist es für Euch beim IDTF in Berlin gelaufen?

Alexej: Überragend gut! Mit so vielen Medaillen haben wir nicht gerechnet. Das war aber auch sehr wichtig sowohl für Sportler als auch für Trainer, weil wir sehr viel Zeit und Arbeit investiert haben. Viele Wochen und Monate haben wir darauf hingearbeitet. Deshalb ist dieser Erfolg dementsprechend immens wichtig für uns gewesen. Und gleichzeitig wurde es natürlich zu einem richtigen Highlight, dass wir dann mit 5 Medaillen nach Hause ins Rheinland kommen werden, ist einfach unglaublich.

Trampolin DM Berlin Turnfest IDTF 2017

WK: Mal ehrlich: War damit zu rechnen? Seid Ihr nicht alle etwas überrascht von diesen Erfolgen?

Alexej: Wir haben am Vorabend über die bevorstehenden Wettkämpfe gesprochen und gesagt: Wenn wir eine Medaille mit nach Hause nehmen, dann ist es ganz gut gelaufen und wir sind zufrieden. Wenn es zwei werden, dann ist es optimal gelaufen, und wenn es drei werden, ist das der absolute Idealfall. Dass wir jetzt fünfmal auf dem Treppchen waren, ist eigentlich unfassbar.

WK: Haben die Athleten überhaupt realisiert, wie erfolgreich sie bei den Deutschen Meisterschaften waren, oder braucht man noch etwas Zeit, um das wirklich zu verstehen?

ALEXEJ: Aus meiner aktiven Zeit kann ich nur berichten, dass man einen großen Erfolg nicht so schnell verarbeitet. Im Hinterkopf weiß man schon – ja, man ist Deutscher Meister, aber so richtig erfassen können die Sportler das erst, wenn sie nach Hause gekommen sind und auch mal in Ruhe das Geschehene gedanklich aufarbeiten können. Das braucht natürlich noch etwas Zeit.

WK: Nach dem Wettkampf ist ja immer vor dem Wettkampf. Habt Ihr nun erst mal eine kleine Auszeit geplant oder geht es zu Hause jetzt nahtlos weiter?

ALEXEJ: So eine Auszeit nach diesen Erfolgen zu haben, ist schon sehr wichtig. Man kann nicht immer Power machen und Gas geben. Das funktioniert auf Dauer nicht, sonst ist man irgendwann mental kaputt. Deshalb nutzen wir jetzt erst einmal die restliche Woche beim Turnfest, um die Akkus wieder aufzuladen. Kein Trampolin, kein Training, einfach nur ausruhen. Zu Hause fangen wir dann langsam wieder an, denn der nächste Wettkampf ist der internationale Filder-Pokal, da wollen wir auch gute Ergebnisse liefern.

Trampolin DM Berlin Turnfest IDTF 2017

WK: Was sagt denn der Bundestrainer zu Eurer Leistung hier in Berlin? Er wird sicher auch etwas überrascht gewesen sein, oder?

ALEXEJ: Natürlich hat er uns zu unseren Erfolgen gratuliert. Dass wir so viele Medaillen aus Berlin hier mitbringen werden, hat er sicher auch nicht erwartet. Aber wie jeder gute Trainer sieht er nicht nur die positiven Sachen, sondern hat auch einige Kritikpunkte, an denen unsere Sportler noch arbeiten müssen. Wir sind sehr dankbar für diese Kritik, denn nur so können wir uns weiter verbessern.

WK: Eure Erfolge hier in Berlin sind ja eine tolle Werbung für den Trampolinsport allgemein, aber auch für die Trampolinakademie. Erwartet Ihr als Folge noch mehr Zulauf im Nachwuchsbereich?

ALEXEJ: Unsere Sportler haben ihren Teil ja schon dazu beigetragen. Sie haben das Beste herausgeholt und gute Ergebnisse geliefert. Jetzt liegt es auch an den Funktionären, sei es nun beim RTB (Rheinischer Turnerbund), Turnverband Köln oder im Verein. Das Marketing muss jetzt aktiv betrieben werden. Die Menschen sollten die Ausnahmetalente im Trampolinturnen kennen und die erzielten Erfolge würdigen. Man sollte jetzt nicht sagen: Schön, ihr habt fünf Medaillen geholt, und zwei Wochen später weiß keiner mehr weiß, was hier in Berlin erreicht wurde.

Trampolin DM Berlin Turnfest IDTF 2017

WK: Luisa, Luis, Paul: Erst mal herzliche Glückwünsche zu Euren Erfolgen! Was für ein Gefühl war das, als Ihr bei den DM auf das Treppchen durftet?

LUISA: Also ich hatte nicht mal gedacht, dass ich ins Finale komme, weil in meiner Gruppe 22 Starter waren und ich nicht zu den Favoritinnen gehörte. Es war schon ganz toll, überhaupt im Finale dabei zu sein. Dann noch als Dritte auf das Treppchen zu dürfen – das war schon ein überwältigendes Gefühl.

LUIS: Für mich war es ganz wichtig, überhaupt ins Finale zu kommen, weil man immer mal rausfliegen kann. Aber ich habe fest daran geglaubt, und jetzt fühlt es sich einfach nur toll an.

PAUL: Auch ich habe nicht damit gerechnet, so weit kommen zu können. Das war schon ein richtig schönes Gefühl, vor allem, wenn man aufs Treppchen darf.

WK: Was habt Ihr persönlich jetzt für Ziele?

PAUL: Für dieses Jahr ist mein Ziel erst mal die Quali für die Jugend-Weltmeisterschaften. Das ist aber auch ein groß angelegtes Ziel. Und dann im nächsten Jahr immer mal wieder aufs Treppchen zu kommen.

LUIS: Mein nächstes Ziel ist es, auch international erfolgreich zu sein, aber bis dahin ist es noch ein großer Sprung für mich. Ich muss darauf hinarbeiten und mein Bestes geben, dann wird man sehen, ob es klappt.

LUISA: Ich möchte weiterhin zu den besten Trampolinturnerinnen in Deutschland gehören und mich für den Bundeskader wieder empfehlen.

WK: Luis, Du warst vor den Deutschen Meisterschaften ja verletzt. Hat Dir das noch Probleme bereitet?

LUIS: Beim Training hat es mich schon arg beeinträchtigt. Irgendwann habe ich schließlich eine Pause einlegen müssen, danach ging es dann wieder besser und ich konnte dann nochmal im Training Vollgas geben. Insgesamt ist die Vorbereitung zu den Deutschen Meisterschaften nicht optimal gelaufen, umso schöner war es am Ende auf dem Treppchen stehen zu können.

WK: Luisa, bei Dir steht nach den Sommerferien ein Schulwechsel an. Warum? An Deinen Schulnoten kann es nicht liegen, die sind ja sehr gut.

LUISA: Ja, das ist richtig. Man kann in der neuen Schule nachmittags direkt in der Schulsporthalle ins Leistungstraining gehen. Auch die Schulbefreiung für wichtige Lehrgänge und Wettkämpfe ist in der neuen Schule einfacher. Bisher war das immer etwas schwierig.

WK: Alexej, vielleicht noch ein Schlusswort von Dir?

Alexej: Unser großer Erfolg in Berlin hat für die Turner auch eine motivierende Komponente. Die persönlichen positiven Gefühle, ausgelöst durch Erfolgserlebnisse, erleichtern auch etwas das insgesamt sehr zeit- und kräfteaufreibende Hinarbeiten auf ein bestimmtes Ziel. Den Zusammenhang zwischen dem langwierigen Weg und dem Erfolg am Ende haben alle unsere Sportler eingeprägt. Darum wissen sie ganz genau, dass die sportlichen Ziele nur durch kontinuierliche Arbeit erreicht werden können. Das macht natürlich nicht immer nur Spaß. Das Potenzial dazu ist sicher bei allen vorhanden. Deshalb wäre es auch schade, wenn man es nicht abrufen würde.

Trampolin DM Berlin Turnfest IDTF 2017

WK: Ihr seid doch bestimmt ziemlich stolz auf Eure Sportler?

Alexej: Aber natürlich sind wir das. Angie Büth und ich arbeiten mit dem Team sehr intensiv, und am Ende ist das die Bestätigung und Belohnung für die geleistete Arbeit. Im Training läuft nicht immer alles glatt, aber das ist ganz normal. Im Leistungssport läuft nie etwas wirklich dauerhaft rund. In der Leistungsgruppe sind unsere Talente gebündelt, die auch schon etwas erreicht haben und auch weiterhin erreichen wollen. Wichtig ist die Zielsetzung und das Vertrauen, dass man etwas Großes durch seinen persönlichen Einsatz erreichen kann. Und dabei darf man sich durch Kleinigkeiten nicht beirren lassen.

WK: Euch Allen vielen Dank für das Gespräch so kurz nach den Titelkämpfen.

W. Kasulke

Text-Autor und Fotograf für Sport-Events, Reisen und Erholung, Kulturelles. Kommentare, Hinweise, Tipps und Anmerkungen sind herzlich willkommen !

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W. Kasulke

Text-Autor und Fotograf für Sport-Events, Reiseberichte, Interviews bei Presse-WK.

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